25/05/2026
Toller Artikel im Solinger Tageblatt über meinen Workshop "Immobilienverkauf in veränderten Zeiten" letzten Mittwoch.
Für alle, die kein Abo haben, hier der Text dazu:
Wohnung oder Haus verkaufen? „Ein zu hoher Startpreis kann am Ende viel Geld kosten“
Bauen und Wohnen in Solingen: Wer sein Haus oder seine Wohnung verkaufen möchte, muss viel beachten. Dazu gehört, mit dem richtigen Preis auf den Markt zu gehen. Warum das so ist und wie der ermittelt wird, erklärte Makler Dirk Isenburg bei einem Vortragsabend.
Zwei klar falsche Strategien gibt es laut Makler Dirk Isenburg beim Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung. Die eine: „Den Preis erst mal hoch ansetzen, runtergehen kann man ja immer noch.“ Die andere, die damit zusammenhängt: „Ich habe Zeit, ich muss ja nicht verkaufen.“
Warum das Fehler sind, erläuterte der 61-Jährige, der seit 33 Jahren Immobilienmakler ist, bei einem Vortragsabend mit dem Titel „Strategien, Preise, Fehler: Immobilienverkauf in veränderten Zeiten“ in den Räumen von Isenburg Immobilien an der Düsseldorfer Straße.
Die Aufmerksamkeit für eine Immobilie sei nie so hoch wie zu Beginn, das beste „Preisfenster“ öffne sich direkt nach der Veröffentlichung.
Sei der Preis zu hoch, werde er bald hinterfragt. Irgendwann erzeuge alleine die lange Zeit, in der die Immobilie angeboten wird, Zweifel. „Das Objekt wird zum Ladenhüter, Käufer verhandeln härter. Beim Verkauf gewinnt nicht der höchste Startpreis, sondern der richtige.“
Wer mit 120 Prozent startet, kommt bei 85 Prozent raus
Isenburg betont: „Ein zu hoher Startpreis kostet am Ende Geld, wenn man nicht zufällig jemanden findet, der den überhöhten Preis zahlt.“ Seine These untermauerte Isenburg mit Statistiken: Wer mit 120 Prozent des realistischen Preises starte, bekomme am Ende im Schnitt nur 85 Prozent.
Deshalb sei es falsch, einen Makler danach auszuwählen, welchen Preis er dem Kunden in Aussicht stellt: „Wenn mir jemand sagt, dass ein anderer Makler einen höheren Preis biete frage ich: Kauft der das?“
Es sei zwar menschlich, dass man möglichst viel für sein Haus oder seine Wohnung erzielen wolle, aber es müsse realistisch sein. Isenburg: „Gier frisst da manchmal Hirn.“
Professionelle Wertermittlung ist entscheidend
Grundlage für den realistischen Preis sei eine professionelle Wertermittlung. Dazu gehören Objektart, Objekttyp, Lage, Details, Ausstattung und Zustand. Der so ermittelte Verkehrswert sei auch gemäß Definition der „nächste wahrscheinliche Kaufpreis“.
Ein Großteil der Arbeit professioneller Makler bestehe darin, Unterlagen zur Immobilie zu sammeln und rechtliche Fragen zu klären. Etwa mithilfe des Grundbuchs mit Blick auf mögliche Wegerechte oder bauliche Genehmigungen. Das sei mitunter höchst aufwendig.
Wie sich der Immobilienmarkt entwickelt hat und entwickeln wird
Dirk Isenburg prophezeit zwei Dinge für den Immobilienmarkt in Solingen.
Zum einen: Die Zahl der Makler werde sich ausdünnen. Zum anderen: Wer professionell arbeite, werde bald mehr zu tun haben. „Wer in der Niedrigzinsphase gekauft und kaum getilgt hat, wird Probleme bekommen, wenn er den Zinssatz zum Beispiel nach zehn Jahren neu verhandeln muss.“
Das werde für manche bedeuten, die Immobilie nicht halten zu können. „Und die Zinsen werden weiter steigen, da bin ich mir sicher.“
Dirk Isenburg sprach außerdem über die Immobilienentwicklung der letzten Jahre.
• 2018 bis 2021: Niedrige Zinsen, hohe Nachfrage, knapper Wohnraum – Preise steigen stark
• 2022 bis 2024: Zinsanstieg, Inflation, Energiekrise, Krieg, Baukosten und wachsende Unsicherheit wegen Auflagen bei energetischer Sanierung – Markt kühlt deutlich ab
• Seit 2024/2025: Käufer rechnen genauer, Lage, Zustand und energetisches Risiko sind wichtige Kriterien – Markt stabilisiert sich
Sein Fazit: „Die Preise sind heute nicht niedriger, sie sind recht stabil. Es gibt nur deutlich weniger Käufer als zu Zeiten extrem niedriger Zinsen. Die, die noch da sind, sind informierter.“