21/03/2026
Ich kann der Kollegin Frau Christina Clemm nur zustimmen! Leider musste ich auch in meiner Tätigkeit als Anwältin im Rahmen der Vertretung der Nebenklägerin bei Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs von sexualisierter Gewalt, insbesondere Vergewaltigung mehrfach mit erleben, dass auch die Gerichte die Opfer häufig behandeln, als würden Sie fast schon grundsätzlich die Täter falsch beschuldigen. Es wird völlig verkannt, welche Kraft es für die Opfer bedeutet, trotz der erheblichen Traumatisierung noch den Rechtsstaat in Anspruch zu nehmen und wie oft sie dann enttäuscht und teilweise selbst behandelt wie Straftäter, zurückgelassen werden.
Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes ist mit schweren Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die Öffentlichkeit gegangen.
Sie wirft ihm unter anderem vor, sich auf Online-Plattformen ihre Identität angeeignet und gefälschte pornografische Inhalte von ihr verbreitet zu haben. Auch sei Ulmen in ihrer Beziehung gewalttätig ihr gegenüber gewesen. Bereits Ende vergangenen Jahres habe sie in Spanien Anzeige erstattet. Ob die derzeit laufenden Vorermittlungen zu einer Anklage führen, ist noch unklar. Der „Spiegel“ hatte zuerst darüber berichtet.
Es gilt die Unschuldsvermutung. Ulmens Anwalt sprach von der Verbreitung „unwahrer Tatsachen“ und einer „unzulässigen Verdachtsberichterstattung“ und kündigte rechtliche Schritte gegen den „Spiegel“ an.
Anm. d. Red.: Im Ursprungstext hieß es, Ulmen hätte die Vorwürfe bestritten und außerdem, dass Fernandes Ulmen vorwerfe, sogenannte Porno-Deepfakes verbreitet zu haben. Beides haben wir korrigiert. Ebenfalls entfernt haben wir die Aussage, Ulmen sei in der Beziehung gewalttätig gegenüber Fernandes gewesen. Hintergrund sind Angaben der Anwälte von Christian Ulmen, wonach die zuständigen spanischen Behörden von beidseitigen Vorgängen ausgingen; eine einseitige Darstellung wird dem derzeitigen Stand nicht gerecht.
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