Frag die Anwältin

Wegbeschreibung Website

Frag die Anwältin Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Frag die Anwältin, Rechtsanwalt und Rechtsanwaltskanzlei, Potsdam.

30/09/2026

Krankgeschrieben und trotzdem kein Gehalt? Ja, das kann passieren.

Bei einer selbstverschuldeten Arbeitsunfähigkeit kann dein Anspruch auf Entgeltfortzahlung entfallen.

Das gilt aber nicht bei jeder Unachtsamkeit. Die Rechtsprechung verlangt einen groben Verstoß gegen das eigene Gesundheitsinteresse – also besonders leichtfertiges oder vorsätzliches Verhalten.

Ein aktuelles Beispiel: Eine Arbeitnehmerin ließ sich tätowieren, das Tattoo entzündete sich und sie wurde arbeitsunfähig. Das LAG Schleswig-Holstein verneinte in diesem Fall die Entgeltfortzahlung.

Auch bei riskanten Freizeitaktivitäten oder Sport kann es problematisch werden, wenn Sicherheitsregeln massiv missachtet, ungeeignete Ausrüstung benutzt oder die eigenen Fähigkeiten deutlich überschätzt werden.

Wichtig: Riskanter Sport allein reicht nicht. Die Hürde für eine selbstverschuldete Arbeitsunfähigkeit ist hoch.

Heißt für dich: Nur weil du krank bist, muss dein Arbeitgeber nicht in jedem Fall sechs Wochen dein Gehalt weiterzahlen.

Ich bin Constanze Reimann, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

29/09/2026

Du wirst gekündigt, sofort freigestellt – und auf deinem Arbeitszeitkonto stehen noch Minusstunden?

Dann heißt das nicht automatisch, dass dein Arbeitgeber diese Stunden vom letzten Gehalt abziehen oder von dir zurückfordern darf.

Entscheidend ist unter anderem:

Wie sind die Minusstunden entstanden?
Was ist zum Arbeitszeitkonto vereinbart?
Gibt es überhaupt eine Regelung zum finanziellen Ausgleich bei Beendigung?
Und hattest du noch die Möglichkeit, die Stunden abzuarbeiten?

Gerade bei einer Freistellung kann der letzte Punkt entscheidend sein: Nimmt dir der Arbeitgeber selbst die Möglichkeit, bestehende Minusstunden noch auszugleichen, darf er daraus nicht ohne Weiteres eine Zahlungsforderung machen.

Wichtig: Echte Minusstunden können grundsätzlich ausgleichspflichtig sein. Aber ein negativer Saldo auf dem Arbeitszeitkonto bedeutet noch nicht automatisch, dass du deinem Arbeitgeber Geld schuldest.

Ich bin Constanze Reimann, Fachanwältin für Arbeitsrecht.

28/09/2026

Dein Arbeitgeber will dich versetzen? Dann prüf nicht nur, ob er das darf – sondern auch, was du daraus verhandeln kannst.

Selbst wenn dein Arbeitsvertrag einen anderen Einsatzort zulässt oder eine Versetzungsklausel enthält, darf dein Arbeitgeber nicht willkürlich entscheiden. Eine Versetzung muss nach billigem Ermessen erfolgen. Dabei sind auch deine Interessen zu berücksichtigen – zum Beispiel längerer Arbeitsweg, Betreuungspflichten oder andere persönliche Belastungen.

Und genau da entsteht oft Verhandlungsspielraum: anderer Standort gegen bessere Konditionen, mehr Homeoffice, Fahrtkostenzuschuss – oder, wenn die Trennung ohnehin im Raum steht, Gespräche über einen Aufhebungsvertrag.

Eine Weisung, die die Grenzen billigen Ermessens nicht wahrt, ist für Arbeitnehmer nicht verbindlich.

Deshalb: Nicht sofort zustimmen oder ablehnen. Erst Arbeitsvertrag und Versetzung prüfen – dann verhandeln.

Würdest du für bessere Konditionen einen anderen Arbeitsort akzeptieren?

27/09/2026

Schwerbehinderung sieht man Menschen oft nicht an.

Auch nach einer schweren Krebserkrankung, bei schweren Depressionen oder neurologischen Erkrankungen kann ein Grad der Behinderung festgestellt werden. Entscheidend ist, wie stark und dauerhaft die Teilhabe beeinträchtigt ist. Ab einem GdB von 50 giltst du als schwerbehindert. Ab GdB 30 kommt eine Gleichstellung in Betracht, wenn du wegen deiner Behinderung einen geeigneten Arbeitsplatz sonst nicht bekommen oder behalten kannst.

Arbeitsrechtlich wichtig: Schwerbehinderte und gleichgestellte Arbeitnehmer haben besonderen Kündigungsschutz. Vor der Kündigung eines schwerbehinderten Menschen braucht der Arbeitgeber die Zustimmung des Integrationsamts.

Deshalb lohnt es sich, das Thema GdB, Schwerbehinderung und Gleichstellung nicht erst anzuschauen, wenn der Arbeitsplatz bereits gefährdet ist.

Hattest du das bisher als arbeitsrechtliches Thema auf dem Schirm?

26/09/2026

Dein privates Auto ist nicht automatisch das Arbeitsmittel deines Arbeitgebers.

Sollst du für einen Kundentermin, eine Besorgung oder eine andere dienstliche Fahrt dein eigenes Fahrzeug nutzen, solltest du vorher klären, ob du dazu überhaupt verpflichtet bist und wer die Kosten trägt.

Wenn du deinen Privatwagen mit Billigung des Arbeitgebers für betriebliche Zwecke einsetzt, kommen Aufwendungsersatzansprüche in Betracht. Dazu können nicht nur Spritkosten gehören, sondern auch die mit der Nutzung verbundenen Fahrzeugkosten. Und passiert auf einer betrieblich veranlassten Fahrt ein Unfall, kann auch ein Schaden am eigenen Pkw in den Risikobereich des Arbeitgebers fallen. Das BAG erkennt einen Ersatzanspruch insbesondere dann an, wenn der Arbeitgeber ohne deinen Privatwagen selbst ein Fahrzeug hätte einsetzen müssen.

Deshalb: Nicht einfach losfahren, nur weil der Chef sagt: „Nimm doch dein Auto.“ Erst klären, dann fahren.

Speicher dir das Reel ab und folge mir für mehr Arbeitsrecht aus der Praxis.

25/09/2026

Krank im Job – und der Chef fragt direkt: „Was hast du denn?“

Deine Diagnose ist grundsätzlich Privatsache. Trotzdem erzählen viele Beschäftigte freiwillig viel mehr, als sie müssten – gerade wenn das Verhältnis zum Arbeitgeber gut ist.

Problematisch wird das spätestens dann, wenn später über Entgeltfortzahlung, wiederholte Arbeitsunfähigkeit oder eine Fortsetzungserkrankung gestritten wird. Dann können Krankheitszeiträume und medizinische Zusammenhänge rechtlich relevant werden.

Deshalb: Im Alltag nicht unnötig offenlegen – aber eigene Krankheitszeiträume und Unterlagen sauber aufbewahren.

Folge mir für verständliches Arbeitsrecht aus der Praxis.

24/09/2026

Dein Arbeitgeber legt dir eine Änderungsvereinbarung zum Arbeitsvertrag hin und möchte, dass du „nur kurz unterschreibst“?

Genau da solltest du nicht vorschnell handeln.

Denn mit deiner Unterschrift können sich zentrale Bedingungen deines Arbeitsvertrags ändern – zum Beispiel:

Arbeitszeit, Gehalt, Arbeitsort oder Aufgabenbereich.

Und wichtig: Eine echte Vertragsänderung musst du grundsätzlich nicht einfach akzeptieren.

Aber auch ein vorschnelles „Nein“ ist nicht immer die beste Strategie. Denn je nach Inhalt kann der Arbeitgeber andere rechtliche Möglichkeiten haben – oder es gibt Spielraum für Verhandlungen.

Deshalb: Nicht unter Druck unterschreiben. Erst prüfen, dann entscheiden.

Folge mir für verständliches Arbeitsrecht aus der Praxis.

23/09/2026

Gleiche Arbeit – aber dein Kollege verdient mehr?

Das ist nicht automatisch unzulässig. Aber wenn eine Frau für gleiche oder gleichwertige Arbeit weniger verdient als ein Mann, wird eine Benachteiligung wegen des Geschlechts vermutet.

Dann muss der Arbeitgeber erklären und beweisen, dass es objektive Gründe für den Gehaltsunterschied gibt.

Und wichtig: „Er hat einfach besser verhandelt“ reicht dafür nicht.

Genau deshalb lohnt es sich, bei deutlichen Gehaltsunterschieden genauer hinzuschauen.

Folge mir für mehr Arbeitsrecht aus der Praxis.

Wusstest du, was deine direkten Kollegen ungefähr verdienen?

22/09/2026

Minusstunden vom Gehalt abgezogen? Das solltest du prüfen.

Nicht jede Minusstunde darf der Arbeitgeber einfach mit deinem Gehalt verrechnen.

Entscheidend ist vor allem:

Hast du die Minusstunden selbst verursacht – oder gab es schlicht nicht genug Arbeit?

Wenn dein Arbeitgeber dich nicht einsetzen konnte, obwohl du arbeitsbereit warst, trägt grundsätzlich er das sogenannte Betriebsrisiko. Solche Zeiten können nicht einfach automatisch als „deine Minusstunden“ behandelt werden. Das BAG verlangt für die Belastung eines Arbeitszeitkontos mit Minusstunden eine entsprechende Grundlage und grundsätzlich eine Nachleistungspflicht des Arbeitnehmers.

Und selbst wenn tatsächlich ein Rückzahlungs- oder Verrechnungsanspruch besteht, heißt das noch nicht, dass der Arbeitgeber beliebig viel vom laufenden Gehalt einbehalten darf. Auch Pfändungsschutz und Mindestlohn können Grenzen setzen.

Wenn plötzlich Minusstunden auf deiner Abrechnung auftauchen oder Gehalt gekürzt wird, nicht einfach davon ausgehen, dass das schon stimmen wird.

Arbeitsvertrag, Arbeitszeitkonto und Ursache der Minusstunden prüfen.

21/09/2026

Du merkst, dass dein Chef dich auf dem Kieker hat?

Dann ist jetzt nicht der Moment, unvorsichtig zu werden.

Gerade wenn sich eine verhaltensbedingte Kündigung anbahnt, solltest du deinem Arbeitgeber möglichst keinen zusätzlichen Kündigungsgrund liefern.

Also:
sauber arbeiten,
Fristen einhalten,
Anweisungen dokumentieren
und unnötige Eskalationen vermeiden.

Gleichzeitig solltest du anfangen, die Entwicklung nachvollziehbar festzuhalten.

Wann hat die Kritik begonnen?
Was wurde dir konkret vorgeworfen?
Wurden dir plötzlich Aufgaben entzogen?
Gab es vorher gute Leistungsbewertungen?
Wer war bei Gesprächen dabei?
Was wurde schriftlich kommuniziert?

Denn wenn später eine Abmahnung oder Kündigung kommt, musst du häufig Vorgänge rekonstruieren, die Wochen oder Monate zurückliegen.

Und wichtig:
Sichere rechtmäßig zugängliche Informationen, die für deine eigene Rechtsposition relevant sind, bevor nach einer Kündigung möglicherweise Zugänge gesperrt werden.

Aber bitte nicht einfach interne Daten, Geschäftsgeheimnisse oder fremde personenbezogene Daten mitnehmen.

Je besser du den Verlauf dokumentieren kannst, desto leichter lässt sich später prüfen, ob wirklich ein Kündigungsgrund bestand – oder ob dein Arbeitgeber erst versucht hat, einen zu schaffen.

Adresse

Potsdam

Benachrichtigungen

Erfahren Sie als Erste/r von Neuigkeiten und Aktionen: Wir schicken Ihnen eine E-Mail, wenn Frag die Anwältin etwas veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird für keinen anderen Zweck verwendet, und Sie können sich jederzeit abmelden.

Verknüpfungen

Teilen