14/10/2026
Der teuerste Posten in deiner Firma wird von niemandem abgebucht.
Miete, Löhne, Wareneinkauf, Werbung. Jeder dieser Posten hat einen Absender. Eine Rechnung, ein Lastschriftmandat, einen Vertrag, der dich erinnert.
Dein eigener Unternehmerlohn hat keinen Absender. Niemand von extern gibt ihn vor. Und genau deshalb fällt er beim Zahlenschauen einfach durch.
Kurze Klarstellung, weil das je nach Rechtsform unterschiedlich läuft. Im Einzelunternehmen und in der Personengesellschaft steht dein Unternehmerlohn tatsächlich in keiner BWA. Was du entnimmst, ist eine Privatentnahme und keine Betriebsausgabe. In der GmbH steht dein Geschäftsführergehalt drin, es ist Aufwand. Nur steht dort viel zu oft eine Zahl, die jemand vor vier Jahren festgelegt hat, als das Unternehmen halb so groß war.
Das Ergebnis ist beide Male dasselbe: Es rechnet keiner nach.
Die Frage, die dabei fast immer ausbleibt:
Was ist eigentlich ein angemessenes Gehalt für jemanden, der voll im Risiko steht?
Wir hören oft von Kollegen und Unternehmern, dass sie gerne arbeiten und mit dem ganzen Work-Life-Balance-Kram nichts anfangen können. Das ist schön, da geht jemand in seinem Beruf auf. Nur wird dabei vergessen, dass sich der Unternehmer zuerst gut bezahlen muss, damit das Gehaltsgefüge im ganzen Laden überhaupt vernünftig ist.
Am häufigsten sehen wir das ausgerechnet bei Steuerberatern. Die verdienen teilweise kaum mehr als ihre Steuerfachangestellten. Bei anderen Unternehmern dasselbe Bild: Gehaltlich sind die eigenen Leute gar nicht weit weg. Nur zahlst du Krankenversicherung und Altersvorsorge komplett aus eigener Tasche, ohne Arbeitgeberanteil. Und die Haftung trägst du auch allein. Der Deal an sich ist dann einfach schlecht.
Für den Onlinehandel hat das eine sehr konkrete Folge.
Wenn dein Unternehmerlohn nicht in der Kalkulation steckt, ist deine Marge eine Lüge. Du rechnest Einkauf, Fulfillment, Marktplatzgebühren, Retouren, Werbekosten. Und deine eigene Arbeitszeit rechnest du mit null. Dann sieht ein Produkt profitabel aus, das dich in Wahrheit Geld kostet. Genauso ein Marktplatz, den du nur weiterbespielst, weil du dort seit Jahren drin bist.
Ansätze wie Profit First machen das relativ leicht und deutlich. Die Reihenfolge wird umgedreht: Umsatz minus Gewinn und Unternehmerlohn ergibt das, was für alles andere übrig bleibt. Nicht andersherum.
Eine Frage des Deals bleibt es trotzdem. Wer selbst nicht großartig mitarbeiten will, kann auch weniger Gehalt beziehen. Völlig in Ordnung. Wir reden von dem, der jeden Tag mit vollem Einsatz reingeht.
Und was du mit der Antwort machst:
Verträge neu anpassen.
Kunden und Produkte aussortieren, die keinen Deckungsbeitrag bringen.
Prozesse straffen, damit alles schneller läuft.
Mit allen Konsequenzen.
Wir sind eine KI-gestützte Kanzlei, die E-Commerce liebt. Das trifft auf weniger als 0,01 % der Kanzleien zu. Wir denken unternehmerisch und suchen uns unsere Mandanten bewusst aus, weil Hand in Hand nur mit den passenden Leuten geht.
Wenn du Lust auf moderne Steuerberatung hast: buch dir ein kostenloses Erstgespräch auf www.DHW-StB.de. Dann schauen wir, ob wir dir helfen können und ob wir zueinander passen.
Jede Zahl in deiner Auswertung hat einen Absender. Nur die wichtigste nicht.
Hast du auch das Gefühl, dass wir zu sehr auf die BWA schauen und zu wenig auf die Kosten, die niemand von extern abbucht?