02/09/2026
Drei Makler, drei Einschätzungen. 750.000 Euro, 790.000 Euro und 820.000 Euro.
Für welchen würden Sie sich entscheiden?
820.000 Euro fühlen sich zunächst natürlich am besten an. Schließlich geht es um Ihr Eigentum und möglicherweise um einen Unterschied von mehreren zehntausend Euro.
Aber genau hier lohnt sich ein zweiter Blick.
Denn 820.000 Euro in einem Gespräch zu nennen, kostet nichts. Einen Käufer zu finden, der diesen Preis tatsächlich bezahlt, ist etwas völlig anderes.
Passt der Preis nicht zum Markt, merkt man das häufig erst Wochen später. Es kommen Anfragen, aber keine ernsthaften Angebote. Gute Interessenten entscheiden sich für andere Immobilien und irgendwann steht die erste Preisreduzierung im Raum.
Dann beginnt eine unangenehme Situation. Die Immobilie ist nicht mehr neu am Markt und Interessenten haben gesehen, dass beim Preis Bewegung entstanden ist. Das kann die eigene Verhandlungsposition eher schwächen als stärken.
Deshalb würde ich bei unterschiedlichen Einschätzungen nicht zuerst fragen, wer den höchsten Preis nennt.
Ich würde fragen, wer seine Zahl nachvollziehbar begründen kann und erklären kann, wie dieser Preis am Markt erreicht werden soll.
Denn am Ende zählt für einen Eigentümer nicht der höchste Preis in einer Präsentation.
Es zählt der Betrag, der nach dem Notartermin tatsächlich auf seinem Konto ankommt.