10/05/2026
Leserbrief – Zukunft für das Gummi-Mayer-Areal in Landau
Mit großem Interesse verfolgen viele Bürgerinnen und Bürger die Diskussion rund um das ehemalige Gummi-Mayer-Gelände in Landau. Das Areal mit seinen rund 13.000 Quadratmetern bietet eine einmalige Chance, ein neues Stück Stadt entstehen zu lassen – nicht nur für Investoren oder einzelne Interessengruppen, sondern für alle Landauerinnen und Landauer.
Gerade deshalb sollte die Entwicklung mit Augenmaß, Herz und Weitblick erfolgen. In den vergangenen 20 Jahren entstand bei vielen Menschen zunehmend der Eindruck, dass sich Stadtentwicklung oftmals stärker an den Bedürfnissen der „oberen Klassen“ orientierte: hochpreisige Wohnungen, wenig Raum für junge Familien, Senioren oder normale Arbeitnehmer. Das hat bei vielen Bürgern ein Gefühl hinterlassen, nicht wirklich mitgenommen worden zu sein.
Das Gummi-Mayer-Areal könnte nun zum Gegenentwurf werden.
Statt eines reinen Luxusquartiers wäre ein lebendiges, gemischtes Stadtviertel wünschenswert:
• bezahlbarer Wohnraum für Familien, Senioren und junge Menschen,
• kleinere Eigentumswohnungen statt ausschließlich teurer Premiumobjekte,
• attraktive Grünflächen und Begegnungsorte,
• ein moderner Drogeriemarkt oder Nahversorger,
• Räume für Ärzte, Physiotherapie oder soziale Einrichtungen,
• kleine regionale Geschäfte und Gastronomie,
• sichere Wege vom Rathausplatz bis zum Deutschen Tor,
• eventuell sogar kulturelle Flächen oder eine Markthalle mit regionalem Bezug.
Gerade die historische Verbindung der Familie Mayer zu Landau verpflichtet beinahe dazu, nicht nur wirtschaftlich erfolgreich zu denken, sondern auch gesellschaftlich verantwortungsvoll. Viele ältere Landauer erinnern sich noch daran, dass Hans und Franz Mayer stets ein Herz für die Menschen dieser Stadt hatten. Man darf wohl annehmen, dass sie – wenn sie heute noch unter uns wären – ein Projekt unterstützen würden, das den Bürgern dient und nicht nur Renditen maximiert.
Landau braucht Entwicklung, ohne seine Seele zu verlieren.
Deshalb wäre es ein starkes Zeichen, wenn Stadtverwaltung, Investoren und Bürger gemeinsam ein Quartier schaffen, das wirtschaftlich tragfähig ist und gleichzeitig soziale Verantwortung zeigt. Ein Stadtviertel, auf das man in 30 Jahren stolz zurückblickt – weil dort nicht nur gebaut, sondern Gemeinschaft geschaffen wurde.
Vielleicht liegt genau darin die große Chance dieses Geländes:
Nicht höher, teurer und exklusiver zu bauen – sondern menschlicher, vielfältiger und näher an den Bedürfnissen der Landauer Bevölkerung.