29/01/2026
Elegant und würdevoll oder altmodisch oder einschüchternd? Roben in Verhandlungen: Wer sie trägt, was sie verrät und warum sie wichtig ist – hier die Essentials:
Was sind die Gründe für die Robenpflicht?
Die Robe zeigt auf einen Blick, welche Funktion die Beteiligten im Verfahren haben. Sie betont die Würde des Gerichts und signalisiert, dass die Träger*innen als unabhängige Organe des Staates handeln und nicht als Privatpersonen. Durch die Robe als einer Art „Uniform“ wird die Gleichheit aller Prozessbeteiligten (unabhängig vom sozialen Status) verdeutlicht.
Wer trägt in der Gerichtsverhandlung eine Robe?
Die Robe wird nicht nur von Richter*innen, sondern auch von Staats- und Amtsanwält*innen, Rechtsanwält*innen, Rechtspfleger*innen und bestimmten Justizfachangestellten getragen. Wer dabei welche Regeln beachten muss, ist in den jeweiligen Berufsvorschriften geregelt.
Schwarz, rot, grün – Samt oder Seide – wer trägt welche Robe?
• Die meisten Richter*innen und Staatsanwält*innen → schwarze Roben mit einem schwarzen Samtbesatz
• Rechtsanwält*innen → meistens schwarze Roben mit unechtem Seidenbesatz
• Bundesverfassungsgericht → scharlachrote Roben
• Die obersten Bundesgerichte → Roben in violett-rot
• Verwaltungsgerichte → häufig dunkelblaue Roben
• Sozialgerichte → Roben oft violett
• Sächsisches Verfassungsgerichtshof → grüne Roben
• Bundespatentgericht u. Internationales Seegerichtshof → Farbkombination aus schwarzer Robe mit stahlblauen Besätzen
• Schleswig-Holsteinisches Verfassungsgericht → graue Roben mit schwarzem Besatz
Wem gehören die Roben?
Richter*innen, Staatsanwält*innen und Anwält*innen kaufen sich ihre Roben meist selbst auf eigene Kosten (ca. 300 – 400 €). Für andere Justizbedienstete übernimmt oft der Staat die Anschaffungskosten. Die berühmten roten Roben der Richter*innen des Bundesverfassungsgerichts gehören dem „Verein der Richter des Bundesverfassungsgerichts“. Einige Exemplare sind schon mehr als 60 Jahre alt und werden an die neuen Richter*innen weitergereicht – Tradition pur.