11/09/2023
Was ist der Entzug der Fahrerlaubnis und wann droht sie?
Die Fahrerlaubnis ist die staatliche Befugnis bestimmte Kraftfahrzeuge zu führen. Der Führerschein dokumentiert die Fahrerlaubnis.
Hat man seinen Führerschein während der Fahrt nicht dabei, ist das eine Ordnungswidrigkeit, fahren darf man aber.
Bei einem Fahrverbot – z.B. nachdem man geblitzt wurde – muss man seinen Führerschein bei der Bußgeldbehörde abgeben und erhält diesen nach Ablauf des Fahrverbots zurück.
Wird die Fahrerlaubnis entzogen, erlischt die staatliche Befugnis. Der Führerschein wird eingezogen und vernichtet. Üblicherweise wird auch eine Sperrfrist verhängt, vor deren Ablauf die Behörde keine neue Fahrerlaubnis erteilt.
Nach Ablauf der Sperrfirst, lebt die Fahrerlaubnis nicht wieder auf, sondern man muss eine neue beantragen. Mit Ausnahme der Führerscheinprüfung muss man alle Voraussetzungen neu erfüllen, z.B. einen neuen Sehtest vorlegen und einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. In manchen Fällen muss auch eine MPU beigebracht werden. Danach erhält man eine neue Fahrerlaubnis und einen neuen Führerschein.
Bei den folgenden Straftaten droht nach § 69 StGB regelmäßig der Entzug der Fahrerlaubnis:
- Gefährdung des Straßenverkehrs
- verbotene Kraftfahrzeugrennens
- Trunkenheit im Verkehr
- unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (bei Sachschäden ab ca. 1.300,00 € oder Personenschäden)
- Vollrausch
Läuft ein Ermittlungsverfahren wegen eines dieser Taten, kann das Gericht nach § 111a StPO die Fahrerlaubnis vorläufig entziehen, wenn eine Verurteilung zu erwarten ist.
Man muss dann den Ausgang des Verfahrens abwarten und ist ggf. eine lange Zeit ohne Führerschein, selbst wenn am Ende ein Freispruch steht. Über einen solchen Fall hatte ich z.B. in meinem Posting vom 03.11.2021 berichtet.
Ihr solltet daher immer so früh wie möglich einen Rechtsanwalt beauftragen.