30/01/2026
Ein ehrlicher Einblick aus der Praxis der Gebäudereinigung
In den letzten Tagen habe ich es wieder sehr deutlich gesehen – bei einem großen Kunden in Ingolstadt mit mehreren Bürogebäuden und mehreren tausend Quadratmetern Fläche. Wir sollen nun ein Angebot abgeben.
Große Objekte werden oft an große Reinigungsfirmen vergeben. Diese kalkulieren extrem knapp, zahlen ihren Mitarbeitenden meist nur den gesetzlichen Mindestlohn und müssen gleichzeitig Urlaubs-, Krankheits- und Vertretungszeiten abdecken. Dazu werden veraltete Reinigungsprozesse angewendet. Beispiele hier alte Staubsauger mit Kabeln, Mops die schon 10 Jahre auf dem Buckel haben
Das Ergebnis ist leider häufig vorhersehbar: Die Qualität leidet.
Ohne regelmäßige Intensivreinigung (alle 3–6 Monate, je nach Zustand des Objekts) kann selbst eine tägliche Unterhaltsreinigung keine sauberen, gepflegten Büros gewährleisten. Es wird dann nur noch das Nötigste erledigt – nicht mehr nachhaltig gereinigt. Die meissten Firmen machen sich keine Gedanken darüber wie oder in welchen Bereichen man optimierungen durchführt und Zeit findet. Ich spreche von Akku Saugern mit Power. Wischgeräte mit Dosierer modernen leichten Reinigungswägen usw usw. Die grossen ruhen sich auf ihren Namen aus.
Was mich dabei immer wieder beschäftigt:
Wenn die Qualität sichtbar nachlässt, wird selten über den Leistungsumfang und die anfallende Zeit gesprochen – sondern sofort über den Preis.
Dabei ist die Realität einfach, auch wenn sie unbequem ist:
Wer ist schuld an diesem Dilemma?
Die ausführende Firma trägt ihren Teil dazu bei.
Die Reinigungskraft ist unmotiviert oder will sich nur „durchschlagen“. Ja, das gibt es auch.
Mit schuld ist aber auch der Kunde, der letztendlich nur auf den Preis schaut und sich dann wundert, wenn nach wenigen Monaten auffällt, dass es nicht passt. Wenn sie einen Porsche fahren gehen sie ja auch nicht zu der mysteriösen Hinterhof Werkstatt. Aber bei der Reinigung schaffen es viele gleichzeitig sich zu beschweren und den günstigsten Preis haben zu wollen.
Gute Reinigung kostet Geld.
Eine gute, zuverlässige Reinigungskraft arbeitet heute nicht dauerhaft für 15 Euro pro Stunde.
Unter 20–25 Euro Personalstundensatz funktioniert das langfristig nicht – weder menschlich noch qualitativ.
Da geht es um Mitarbeiterbindung, mögliche Schulungen etc.
Bei 15 Euro gesetzlichem Lohn tritt die Reinigungskraft auf Dauer selbst als „Firma“ auf, reinigt in Privathaushalten, wird krank oder arbeitet schwarz. Ist halt so.
Wenn Reinigungsfirmen mit Gesamtstundensätzen von 25 Euro kalkulieren, bleibt kein Spielraum:
– nicht für Qualität
– nicht für Material
– nicht für Grundreinigung
– nicht für stabile Teams
Genau aus diesem Grund habe ich meinen Gebäudereinigungsmeister gemacht.
Nicht, um der Billigste zu sein – sondern um Reinigung auf ein höheres Niveau zu bringen.
Ja, 50 bis 100 Euro pro Stunde Unterhaltsreinigung gibt es und ist realistisch. Unsere Kunden bezahlen das gerne.
Dafür bekommen Kunden saubere Büros, klare Standards, konstante Qualität – und Objekte, die sichtbar gepflegt sind. Wir haben zukunftsorientierte Kunden, bei denen alles glänzt. Nicht, weil wir zaubern, sondern weil es richtig kalkuliert ist.
Und ja – wir haben vielleicht nicht die meisten Kunden.
Aber wir haben gesundes Wachstum, wirtschaftliche Stabilität und vor allem sehr zufriedene Kunden, die bleiben. Wir arbeiten ohne Reklamation und das seit mindestens 5 Jahren. Ich muss wirklich überlegen ob jemals bei uns in letzter Zeit reklamiert wurde. Mir fällt nichts ein.
Unsere Arbeit ist so aufgebaut, dass Qualität möglich ist, Mitarbeitende fair bezahlt werden und am Ende auch Gewinn entsteht.
Das ist für uns ein echtes Win-win:
für den Kunden, für die Mitarbeitenden und für den Betrieb.
Das ist meine Haltung zur Gebäudereinigung.
Nicht populär – aber ehrlich.