Prof. Großkopf

Prof. Großkopf Rechtsanwalt aus Köln. Professor an der KatHO NRW. Fachbereich Gesundheitswesen.

7.540 Behandlungsfehler-Verdachtsfälle bei der Techniker Krankenkasse — allein im vergangenen Jahr, allein bei einer Kas...
04/06/2026

7.540 Behandlungsfehler-Verdachtsfälle bei der Techniker Krankenkasse — allein im vergangenen Jahr, allein bei einer Kasse. Ein Plus von 14 Prozent, und nach Einschätzung der TK ist das nur ein Bruchteil des tatsächlichen Geschehens.

Was mich bei dieser Auswertung besonders beschäftigt: Der Anteil der Pflegefehler hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt — von vier auf neun Prozent. Das ist ein deutliches Signal. ⚖️

TK-Chef Baas fordert eine Fehlerkultur, in der Fehler nicht verschwiegen, sondern offen aufgearbeitet werden — und ein bundesweites Register, das Daten bündelt statt sie in Silos zu verwalten. Das wäre ein wichtiger Schritt.

Die Frage ist nicht, ob wir besser werden müssen — sondern ob der politische Wille dazu vorhanden ist.

https://www.rechtsdepesche.de/so-viele-behandlungsfehler-wie-nie/

Ein Thema, das längst überfällige gesundheitspolitische Aufmerksamkeit verdient: Die Zahl der gemeldeten Behandlungsfehl...
04/06/2026

Ein Thema, das längst überfällige gesundheitspolitische Aufmerksamkeit verdient: Die Zahl der gemeldeten Behandlungsfehlerverdachte hat bei der TK einen neuen Höchststand erreicht — 7.540 Versicherte, plus 14 Prozent. Und das sind nur die gemeldeten Fälle.

Was mich besonders beschäftigt: Der Anteil der Pflegefehler hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Das ist kein Zufall — das ist ein Warnsignal für ein System unter erheblichem Druck. ⚖️

Die TK fordert zu Recht ein zentrales Register und eine Meldepflicht. Doch die Haftpflichtversicherer der Leistungserbringer haben erklärtermaßen kein Interesse an mehr Transparenz. Das sollte uns alle alarmieren.

https://www.rechtsdepesche.de/so-viele-behandlungsfehler-wie-nie/

Die zahnärztliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt — und der aktue...
03/06/2026

Die zahnärztliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt — und der aktuelle Zahnreport der Barmer liefert ernüchternde Zahlen.

Ambulant Pflegebedürftige nehmen präventive Zahnarztleistungen zu nur rund drei Prozent in Anspruch, während es bei stationär Gepflegten mehr als 25 Prozent sind. Und das, obwohl 85 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. ⚖️

Die Reformen der vergangenen Jahre haben Wirkung gezeigt — aber offensichtlich noch längst nicht genug. Solange der Zugang zur zahnärztlichen Versorgung so stark von der Pflegeform abhängt, bleibt struktureller Handlungsbedarf.

https://www.rechtsdepesche.de/zahnaerztliche-leistungen-pflegebeduerftiger/

Mundgesundheit ist ein oft unterschätztes Thema in der Pflege — der aktuelle Zahnreport der Barmer zeigt jetzt in erschr...
03/06/2026

Mundgesundheit ist ein oft unterschätztes Thema in der Pflege — der aktuelle Zahnreport der Barmer zeigt jetzt in erschreckender Deutlichkeit, wie groß die Versorgungslücke wirklich ist. 🦷

Während stationär Pflegebedürftige zwischen 2019 und 2024 merklich häufiger präventive Zahnarztleistungen erhielten (inzwischen über 25 Prozent), liegt die Quote bei ambulant Pflegebedürftigen weiterhin bei rund drei Prozent. Dabei werden 85 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu Hause versorgt.

Studienautor Prof. Dr. Michael Walter bezeichnet diese Situation klar als „besorgniserregend". Fehlende Kooperationsverträge, strukturelle Hürden, regionale Ungleichheiten — die Ursachen sind vielschichtig.

Das zeigt einmal mehr: Pflegerecht und Versorgungsrealität klaffen in Deutschland noch immer erheblich auseinander.

https://www.rechtsdepesche.de/zahnaerztliche-leistungen-pflegebeduerftiger/

03/06/2026

Ethische und rechtliche Zwickmühle: Sexualität und Demenz in der Pflege. Die Rechte der Bewohner treffen auf die Pflichten der Betreuer.

Long COVID bei Kindern und Jugendlichen bleibt eine der unterschätzten Herausforderungen in der Versorgungsrealität — un...
02/06/2026

Long COVID bei Kindern und Jugendlichen bleibt eine der unterschätzten Herausforderungen in der Versorgungsrealität — und eine aktuelle Studie aus „Nature Communications" zeigt jetzt warum: Die Verläufe sind heterogener als bislang angenommen.

78 junge Patientinnen und Patienten wurden über mehr als drei Jahre begleitet. Anhand von Immunsystem- und Stoffwechselmustern konnten die Wissenschaftler:innen aus Jena, Magdeburg, Berlin und Basel verschiedene Subgruppen identifizieren. Besonders relevant: Eine vorangegangene Epstein-Barr-Infektion kann jahrelange Entzündungsprozesse aufrechterhalten — ein Risikofaktor, der in der klinischen Praxis oft übersehen wird.

Das sind Erkenntnisse, die nicht nur für Medizin und Pflege bedeutsam sind, sondern auch für Fragen der Versorgungsqualität und rechtlichen Verantwortung.

https://www.rechtsdepesche.de/long-covid-verlaeufe-kindern-jugendlichen/

Ein Thema, das in der Praxis immer wieder zu Unsicherheit führt — und zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen, wenn ...
01/06/2026

Ein Thema, das in der Praxis immer wieder zu Unsicherheit führt — und zu schwerwiegenden rechtlichen Konsequenzen, wenn es falsch gehandhabt wird. ⚖️

Wenn Patienten nicht mehr selbst entscheiden können, endet ihr Selbstbestimmungsrecht nicht. Es muss rekonstruiert werden. § 1827 BGB ordnet, welche Quellen dabei heranzuziehen sind: zuerst die Patientenverfügung, dann frühere Behandlungswünsche, zuletzt der mutmaßliche Wille aus persönlichen Äußerungen und Wertvorstellungen.

Was viele unterschätzen: Pflegefachpersonen spielen in diesem Prozess eine entscheidende Rolle. Sie beobachten täglich, nehmen Äußerungen wahr — und diese Beobachtungen sind rechtlich relevante Informationen, keine bloße Nebensächlichkeit.

Fehler bei der Willensermittlung können weit mehr bedeuten als eine Formalverletzung. Strafrechtliche, zivilrechtliche und berufsrechtliche Konsequenzen drohen — für Ärzte und Pflegefachpersonen gleichermaßen.

https://www.rechtsdepesche.de/mutmasslicher-patientenwille/

Sexualität im Pflegeheim — ein Thema, das in der Praxis häufig zu Konflikten führt, über das aber selten offen gesproche...
31/05/2026

Sexualität im Pflegeheim — ein Thema, das in der Praxis häufig zu Konflikten führt, über das aber selten offen gesprochen wird. ⚖️

Im Gespräch mit meinem Kollegen Prof. Dr. Wolfgang Heffels haben wir einen Fall erörtert, der diese Spannung deutlich macht: Eine Bewohnerin mit Demenz möchte eine intime Beziehung mit einem Mitbewohner leben. Die gesetzliche Betreuerin stellt sich dagegen.

Heffels bringt es auf den Punkt: Der natürliche Wille der Person ist entscheidend — und die Betreuung hat ihn grundsätzlich zu respektieren. Pflegeeinrichtungen brauchen sensible Konzepte, die Selbstbestimmung schützen, ohne Schutzpflichten zu vernachlässigen. Ein Thema, das an der Schnittstelle von Recht, Ethik und Menschenwürde liegt.

https://www.rechtsdepesche.de/ethischer-umgang-sexualitaet-pflegeheim/

Ein Thema, das rechtlich wie ethisch erheblichen Zündstoff birgt: Die Bundesregierung hat beschlossen, den starren Krank...
30/05/2026

Ein Thema, das rechtlich wie ethisch erheblichen Zündstoff birgt: Die Bundesregierung hat beschlossen, den starren Krankenhausvorbehalt bei ärztlichen Zwangsmaßnahmen aufzuweichen.

Menschen unter rechtlicher Betreuung, die eine notwendige Behandlung ablehnen, konnten bislang zwangsweise hospitalisiert werden — auch wenn allein der Transport für sie schwere Risiken bedeutete. Das Bundesverfassungsgericht hatte diesen Automatismus 2024 zu Recht als unverhältnismäßig bewertet.

Der neue Entwurf schafft enge Ausnahmen: Unter strengen Voraussetzungen sollen Zwangsmaßnahmen künftig auch außerhalb der Klinik möglich sein. Gleichzeitig werden Dokumentationspflichten eingeführt, die sicherstellen sollen, dass der Wille der Betroffenen besser ermittelt und festgehalten wird. ⚖️

Ein wichtiger Schritt — die Praxis wird zeigen, ob diese Neuregelung das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen tatsächlich stärkt.

https://www.rechtsdepesche.de/regierung-lockert-zwangsmassnahmen/

Ein Thema, das mir in meiner Arbeit immer wieder begegnet: Wir haben wirksame Therapien – und nutzen sie viel zu selten....
30/05/2026

Ein Thema, das mir in meiner Arbeit immer wieder begegnet: Wir haben wirksame Therapien – und nutzen sie viel zu selten.

Das Ulcus cruris venosum betrifft hierzulande bis zu 500.000 Menschen. Bis zu 80 Prozent erhalten keine adäquate Kompressionstherapie, obwohl deren Wirksamkeit klar belegt ist. Beim Hartmann-Symposium auf dem EWMA-Kongress in Bremen wurde deutlich, wo die Ursachen liegen: Wissenslücken bereits in der Ausbildung – über 90 Prozent der versorgenden Fachkräfte kennen die Leitlinien nicht –, veraltete Materialien, fehlende strukturelle Unterstützung. 💭

Technologische Lösungen werden zunehmend als Teil der Antwort gesehen. Eine Debatte, die ich für überfällig halte.

https://www.rechtsdepesche.de/kompressionstherapie-technologie/

Adresse

Cologne

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Prof. Großkopf erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen