22/01/2021
die EZB hält vorerst die Füße still: So belässt die Europäische Zentralbank den Leitzins bei null Prozent. Geschäftsbanken müssen zudem weiterhin 0,5 Prozent Zinsen bezahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Auch die massiven Anleihekäufe im Zuge des Corona-Krisenprogramms PEPP mit einem Volumen von 1,85 Billionen Euro tastet die EZB nicht an. Zugleich sendete die EZB aber mit Blick auf den starken Euro eine wichtige Botschaft: Wenn nötig, werde sie weitere Hilfen bereitstellen bzw. Maßnahmen anpassen, ist in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. Darüber hinaus stand bei der gestrigen EZB-Sitzung die Einführung eines „digitalen Euro“ im Fokus. Damit dürfte die EZB nicht zuletzt auf Kryptowährungen wie den Bitcoin oder das von Facebook geplante Zahlungsmittel Diem (vorher Libra) reagieren. Im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen Cyber-Devisen würde der digitale Euro von der EZB beaufsichtigt werden, schreibt das Handelsblatt. Mitte 2021 soll über den E-Euro entschieden werden, der dann fünf Jahre später Realität sein könnte. Selbst wenn es so kommt, werde das Bargeld nicht verschwinden, versicherte EZB-Präsidentin Christine Lagarde schon mal vorsorglich.
Während sich die EZB mit Blick auf die europäische Konjunktur weniger pessimistisch als zuletzt äußerte, kritisieren Ökonomen in Deutschland die erneute Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar. Das ifo-Institut etwa ist der Auffassung, dass die Wirtschaft als Folge im ersten Quartal stagnieren werde. Andere Experten verweisen laut tagesschau.de darauf, dass die Industrie als Konjunkturmotor intakt bleibe. Mit neuen Hilfen, den sogenannten Überbrückungshilfen III, will die Bundesregierung indes kleinen und mittleren Unternehmen sowie Soloselbstständigen eine Perspektive geben. Zwei Beispiele: Ein Antrag kann jetzt bereits bei einem Umsatzeinbruch von 30 Prozent in einem Monat gestellt werden, Vergleichswert ist dabei der Vorjahresmonat. Auch der Einzelhandel, der etwa Saisonware nicht wie geplant verkaufen konnte, wird nun unterstützt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßte die Nachbesserungen. Die Branche ist stark betroffen, im Januar verliert sie jeden Tag 600 Millionen Euro Umsatz, so die Deutsche Welle.
Der Gebäudebestand in Deutschland soll bis 2050 klimaneutral werden. Was weit in der Zukunft liegt, ist trotzdem schon in der Gegenwart zu spüren. So gelten seit Januar die neu eingeführte CO2-Steuer auf Brennstoffe wie Heizöl oder Gas sowie eine neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese bündelt künftig BAFA-Förderung und KfW-Kredite für energieeffizientes Bauen und Sanierungsmaßnahmen. Bei allem Engagement für mehr Klimaschutz hapert es mitunter an der Umsetzung. Ein Beispiel: In der FAZ stieß ich auf einen Bericht über das erste sogenannte ganzheitlich-nachhaltige Wohngebäude Deutschlands. Auf Beton und Zement solle verzichtet werden, stattdessen Hanf, Lehm, Kork und vor allem Holz verbaut werden. Sogar dem Bundestag wurde das Projekt vorgestellt. Jetzt droht es an der fehlenden Baugenehmigung zu scheitern. Denn der 85 Jahre alte Bebauungsplan sieht laut FAZ für das Grundstück in Stuttgart zwei Gebäudeteile vor, statt wie hier nur einen Baukörper. Eine Lösung ist nicht in Sicht. Ohne den Vorgang im Einzelnen bewerten zu können: Das Beispiel zeigt, dass die Praxis manche Herausforderungen bereithält, die in der Theorie nicht denkbar waren. Experten, die geschult sind im Finden von Lösungen, dürften hier sicherlich hilfreich sein. So wie es an anderer Stelle Baufi-Profis bei der Finanzierungsberatung sind.