Koch Lemke Machacek

Koch Lemke Machacek Die Kanzlei Koch Lemke Machacek wurde von den Rechtsanwälten Felicitas Koch, Wolfgang Lemke und Andreas Machacek 1997 gegründet.

Es ist wettbewerbswirig, wenn ein Bautechniker auf seiner Hompage mit dem Begriff "Büro für Architektur" oder "Architekt...
14/05/2023

Es ist wettbewerbswirig, wenn ein Bautechniker auf seiner Hompage mit dem Begriff "Büro für Architektur" oder "Architekturbüro" wirbt, auch wenn er die von ihm beworbene Leistung u.U. erbringen darf und ggf. auch in gleicher Qualität. Denn durch die Verwendung dieser Begriff würde bei einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Verkehrkreise der Eindruck erweckt, die beworbenen Leistungen würden tatsächlich von einem ausgebildeten und qualifizierten Architekten erbracht.

LG Bayreuth vom 27.10.2020 - Az. 32 O 710/19

Ein Mieter zog aus, renovierte gemäß Mietvertrag die Wohnung - nicht aber den Keller. Hierüber entstand Streit, der Verm...
07/04/2023

Ein Mieter zog aus, renovierte gemäß Mietvertrag die Wohnung - nicht aber den Keller. Hierüber entstand Streit, der Vermieter stellte dem Mieter Renovierungskosten über gut 2.700 € in Rechnung. Zu Unrecht, so das AG Homburg. Die Pflicht zu Schönheitsreparaturen bezieht sich erst einmal nur auf die Wohnung, es sei denn, im Mietvertrag wurde eine ausdrücklich anders lautende Regelung getroffen.

AG Homburg vom 20.05.2021 zum Az. 7 C 206/20

Pflegebedürftige können bei Pflegebedürftigkeit als Leistung der Pflegeversicherung das Pflegegeld wählen (§37 SGB XI). ...
24/01/2023

Pflegebedürftige können bei Pflegebedürftigkeit als Leistung der Pflegeversicherung das Pflegegeld wählen (§37 SGB XI). Dieses dient der Motivation und dem Dank an ehrenamlich Pflegende (sgn. Pflegeperson), an die dieses Geld weitergeleitet wird. In der Regel handelt es sich hierbei um nahe Angehörige. Doch was passiert, wenn ein solcher Angehöriger Schulden hat und die Gläubiger u.a. auf das Pflegegeld zugreifen wollen? Geht nicht, hat jetzt der BGH entschieden. Dabei begründet er den Pfändungsausschluss nicht damit, dass es sich um Sozialleistgungen handeln würde, die grundsätzlich erst einmal unpfändbar sind (§54 SGB I). Denn die Pflegeperson (vorliegend die Mutter eine Kindes mit Behinderung) ist schließlich nicht pflegebedürftig.
Stattdessen leitet der BGH den Pfändungsschutz aus §851 Abs. 1 ZPO, §399 BGB ab. Danach ist eine Forderung dann nicht pfändbar, wenn die Leistung an einen anderen als den ursprünglichen Gläubiger nicht ohne eine Veränderung ihres Inhalts erfolgen kann. Und hier kommt der oben genannte Zweck ins Spiel: "Das Pflegegeld stellt seiner Konzeption nach kein Entgelt für die von der Pflegeperson erbrachten Pflegeleistungen dar. Es setzt vielmehr den Pflegebedürftigen in den Stand, Angehörigen und sonstigen Pflegepersonen eine materielle Anerkennung für die mit großem Einsatz und Opferbereitschaft im häuslichen Bereich sichergestellte Pflege zukommen zu lassen", so der BGH. Dieses Ziel aber würde verfehlt, wenn das Pflegegeld bei der Pflegepersn pfändbar wäre.
BGH vom 20.10.2022 zum Az. IX ZB 12/22

Grundsätzlich hat ein Arbeitgeber die Pflicht, Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung auf den ihnen zustehenden Zusatzu...
02/01/2023

Grundsätzlich hat ein Arbeitgeber die Pflicht, Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung auf den ihnen zustehenden Zusatzurlaub hinzuweisen. Das gilt allerdings dann nicht, wenn der Arbeitgeber von der Schwerbehinderung seines Mitarbeiters nichts wusste (LAG Rheinland-Pfalz vom 14.01.2021 zum Az. 5 Sa 267/19).

Der Kommentar von Rechtsanwalt Machacek, Fachanwalt für Arbeitsrecht: "Arbeitsrecht ist zwar Arbeitnehmerschutzrecht. Das geht dem LAG nach aber nicht so weit, als dass ein Arbeitgeber quasi prophylaktisch alle seine Arbeitnehmer über den Zustatzurlaub für schwerbehinderte Menschen informieren müssen, nur auf den Verdacht hin, dass darunter einer sein könne, der seine Schwerbehinderung bisher nicht offenbart hat."

01/01/2023

Die Kanzlei Koch Lemke Machacek PartGmbB wünscht allen ihren Mandantinnen und Mandanten ein friedvolles und hoffentlich erfolgreiches Jahr 2023!
🍾🍸🍷

Ein Senior hatte bei Dunkelheit, Berufsverkehr und Starkregen eine Bundesstraße überquert und war von einem Pkw-Fahrer e...
31/12/2022

Ein Senior hatte bei Dunkelheit, Berufsverkehr und Starkregen eine Bundesstraße überquert und war von einem Pkw-Fahrer erfasst worden, der diesen nicht gesehen hatte. Haftungsansprüche gegen den Pkw-Fahrer konnte der Senior aber nicht geltend machen, denn - so das Oberlandesgericht Jena -, der gesunde Menschenverstand hätte sich hier melden und den Senior veranlassen müssen, einen Umweg bis zu einer sicheren Querungsmöglickeit zu suchen (OLG Jena vom 1.12.2020 zum Az. 5 U 134/19).

Verstirbt ein Mieter, geht das Mietverhältnis auf die Erben über. Was aber tun, wenn die Erben nicht ermittelbar sind, p...
27/12/2022

Verstirbt ein Mieter, geht das Mietverhältnis auf die Erben über. Was aber tun, wenn die Erben nicht ermittelbar sind, potentielle Erben sich nicht rühren, der Vermieter aber die Wohnung neu vermieten will?
nders noch als die Vorinstanz gab das OLG Brandenburg dem Antrag des Vermieter auf eine Nachlasspflegschaft statt. Voraussetzung sei nur, dass der Vermieter zuvor außergerichtlich die Rückgabe der Mietsache versucht haben muss. Und noch etwas stellte das OLG fest: Ein werthaltiger Nachlass muss in der Wohnung nicht vorhanden sein (OLG Brandenburg vom 13.04.2021 - Az. 3 W 35/21).

24/12/2022

Das Aufstellen eines Tiny House ist genehmigungsbedürftig, so das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg. Zwar sind solche Kleinhäuser in der Regel mobil, da sie auf Rädern stehen. Das aber sei nicht maßgeblich, da es auf die vorrangig ortsfeste Verwendungsabsicht des Eigentümers ankomme (OVG Berlin-Brandenburg vom 29.09.2021 - Az. 2 S 23/21).

Das Leben kann manchmal bitter sein: Zwei Lebenspartner lebten lange gemeinsam. Daher bedachte der eine den anderen mit ...
23/12/2022

Das Leben kann manchmal bitter sein: Zwei Lebenspartner lebten lange gemeinsam. Daher bedachte der eine den anderen mit seinem hältigen Erbe. Dann erkrankte der Testierende an Demenz. Zunächst lebten sie weiter zusammen, doch als die Demenz die stationäre Aufnahme in einem Heim erforderlich machte, trennte sich der andere, fand einen neuen Partner und heiratete ihn. Die gesetzlichen Erben des demenzerkrankten Testierenden fochten nach seinem Tod das Testament an.
Ohne Erfolg, so das Oberlandegericht (OLG) Oldenburg. Auch bei Aufnahme in das Heim kann das Testament noch immer dem Willen des Testierenden entsprochen haben. Insbesondere bestände kein Anfechtungsgrund nach §2078 Abs. 2 BGB, da nicht davon auszugehen war, dass der Testierende bei Kenntnis seiner Erkrankung anders testiert hätte (OLG Oldenburg vom 26.09.2022 - 3 W 55/22).

Der Kommentar von Rechtsanwalt Lemke: "Es fällt schwer, das Urteil nachzuvollziehen, auch wenn es rechtlich fehlerfrei ergangen ist. Denn die Hoffnung des Testierenden bestand zweifelsohne dahingehend, in der Demenz von seinem Partner betreut zu werden. Genau deshalb hätte der Testierende - wie das OLG richtig annimmt - sein Testament kaum geändert. Das Urteil ist also nachvollziehbar. Nicht nachvollziehbar ist aber, dass der Lebenspartner die Hoffnungen des Testierenden derart enttäuscht hat. Das aber ist eine menschliche Ebene, die das Gericht nicht zu berücksichtigen hat. Es zeigt aber, wie wichtig eine fundierte erbrechtliche Beratung vor Abfassen eines Testaments ist."

Ein privater Krankenversicherer hatte eine unwirksame Beitagsanpassung/Prämienanpassung vorgenommen und unterlag im geri...
21/12/2022

Ein privater Krankenversicherer hatte eine unwirksame Beitagsanpassung/Prämienanpassung vorgenommen und unterlag im gerichtlichen Verfahren um die Rückzahlung der Anpassungsbeträge. Nun versuchter er, die Rückzahlung mit dem Wegfall der Bereicherung zu umgehen. Der Bundesgerichtshof (BGH) stoppte dieses Unterfangen. Auf den Wegfall der Bereicherung könne sich der Krankenversicherer bei einer unwirksamen Anpassung nicht berufen. (BGH vom 21.09.2022 - Az. IV ZR 2/21)

Vermieter und Mieter hatten vertraglich eine Eigenbedarfskündigung ausgeschlossen. Dann geriet der Vermieter in finanzie...
20/12/2022

Vermieter und Mieter hatten vertraglich eine Eigenbedarfskündigung ausgeschlossen. Dann geriet der Vermieter in finanzielle Schieflage, die Immobilie wurde zwangsversteigert. Nun kündigte der Erwerber den Mietvertrag. Zu Recht, so der Bundesgerichtshof. Denn gesetzlich steht dem Erwerber ein Sonderkündigungsrecht nach §57a ZVG zu, dass durch eine vertragliche Vereinbarung zwischen Mieter und ehemaligem Vermieter nicht ausgeschlossen werden kann.
(BGH vom 15.09.2021 zum Az. VIII ZR 76/20)

Der Kommentar von Rechtsanwalt Foerster: "Hier zeigt sich einmal mehr die - nicht ganz einfach zu verstehende - Trennung zwischen vertraglichen und dinglichen Ansprüchen. Rechtlich beraten wäre der Mieter nicht schutzlos gewesen. Nur hätte er dann bereits während des Zwangsvollstreckungsverfahrens einen Antrag auf Abänderung der Versteigerungsbedingungen stellen müssen."

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