Kanzlei Ehmer

Kanzlei Ehmer ⚖️Anwältin für Arbeitsrecht, Erb- und Familienrecht
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25/08/2026

Verheiratet und automatisch Alleinerbe? Nicht automatisch. Denn ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge – und plötzlich erben andere mit. Vorsorge kann Erbstreit verhindern! Habt ihr schon vorgesorgt?

11/08/2026

Stell dir vor, ein Unternehmen kündigt gleich mehreren Mitarbeitern. Betriebsbedingt. Alles scheint auf den ersten Blick korrekt.

Aber dann stellt sich heraus: Bei der Massenentlassungsanzeige wurde ein entscheidender Fehler gemacht.

Und genau dieser Fehler kann dazu führen, dass die Kündigungen unwirksam sind.

Das BAG hat seine Rechtsprechung hierzu 2026 weiter konkretisiert.

Mit den Entscheidungen im April 2026 hat das Bundesarbeitsgericht klargestellt:

Wird eine erforderliche Massenentlassungsanzeige gar nicht erstattet oder wird sie zu früh – also vor Abschluss des vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens – eingereicht, kann das die Kündigung zu Fall bringen.

Was ich daran besonders wichtig finde:

Wenn viele Menschen gleichzeitig ihren Arbeitsplatz verlieren, geht es nicht nur um Zahlen und Formalitäten. Für jeden Einzelnen kann diese Kündigung eine enorme Veränderung bedeuten.

Deshalb lohnt sich der genaue Blick.

Wenn du im Rahmen einer größeren Entlassungswelle gekündigt wirst, sollte nicht nur geprüft werden, warum dir gekündigt wurde. Auch das Verfahren rund um die Massenentlassungsanzeige kann entscheidend sein.

Und noch etwas: Nach Zugang einer Kündigung bleiben grundsätzlich nur drei Wochen, um Kündigungsschutzklage zu erheben.

Aber: Das BAG hat am 25. Juni 2026 noch einmal nachgeschärft:

Nicht jeder Fehler in einer Massenentlassungsanzeige macht automatisch alle Kündigungen unwirksam. Eine geringfügig zu hoch angegebene Zahl der geplanten Entlassungen war im entschiedenen Fall unschädlich.

Heißt also:

Fehler ist nicht gleich Fehler.

Umso wichtiger ist es, sich den konkreten Ablauf anzusehen, bevor man eine Kündigung einfach hinnimmt.

Speichere dir den Beitrag, falls du selbst betroffen bist – oder schick ihn jemandem, für den er gerade wichtig sein könnte.

09/08/2026

Erfolg braucht Energie. Aber noch mehr braucht er Klarheit.

Zu wissen, was man will.
Zu wissen, wofür man steht.
Zu wissen, welche Entscheidungen einen wirklich weiterbringen - und welche nur Energie kosten.

Gerade als Anwältin treffe ich jeden Tag Entscheidungen. Ich analysiere, entwickle Strategien, übernehme Verantwortung und muss auch in komplexen Situationen den Blick für das Wesentliche behalten.

Und genau das habe ich über Erfolg gelernt:

Klarheit gibt Energie.

Wenn du deine Richtung kennst, musst du nicht jedem Weg folgen.
Wenn du deine Prioritäten kennst, musst du nicht überall gleichzeitig sein.
Und wenn du weißt, was du erreichen willst, kannst du deine Energie genau dort einsetzen, wo sie Wirkung entfaltet.

Vielleicht fasziniert mich deshalb das Meer so sehr.

Es ist ständig in Bewegung - und verliert trotzdem nie seine Richtung. 🌊

Erfolg bedeutet für mich nicht, möglichst viel zu tun.

Sondern mit Klarheit das Richtige zu tun.

08/08/2026

"Ich habe morgen um 11 Uhr einen Arzttermin. Muss ich dafür Urlaub nehmen?“

Die klassische juristische Antwort lautet: Es kommt darauf an.

Grundsätzlich gilt im Arbeitsrecht: Arzttermine sind Privatsache und sollen - soweit möglich – außerhalb der Arbeitszeit stattfinden.

Aber: Das ist eben nur der Grundsatz.

Kann der Arzttermin nicht außerhalb der Arbeitszeit wahrgenommen werden, kann ein Anspruch auf bezahlte Freistellung bestehen.

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn:

• die Untersuchung medizinisch zu einer bestimmten Uhrzeit erfolgen muss, etwa bei einer nüchtern durchzuführenden Untersuchung,
• eine akute Erkrankung eine zeitnahe Behandlung erforderlich macht,
• die Arztpraxis keinen Termin außerhalb deiner persönlichen Arbeitszeit anbietet und eine Verlegung nicht zumutbar ist.

Rechtlich interessant wird dann § 616 BGB.

Danach kann der Vergütungsanspruch bestehen bleiben, wenn Arbeitnehmer für eine verhältnismäßig kurze Zeit aus einem persönlichen Grund ohne eigenes Verschulden an der Arbeitsleistung verhindert sind.

ABER – und genau das wird häufig übersehen:

§ 616 BGB kann im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ausgeschlossen oder eingeschränkt sein.

Und was ist mit einem ganz normalen, frei planbaren Kontrolltermin?

Wenn du diesen ohne Weiteres außerhalb deiner Arbeitszeit vereinbaren könntest, besteht grundsätzlich kein Anspruch darauf, ihn bezahlt während der Arbeitszeit wahrzunehmen.

Mein Tipp:

Bevor du einfach während der Arbeitszeit zum Arzt gehst, prüfe deinen Arbeitsvertrag und kläre den Termin mit deinem Arbeitgeber.

Denn „Arzttermin = automatisch bezahlte Arbeitszeit“ ist ein arbeitsrechtlicher Mythos.

Speichere dir den Beitrag - spätestens beim nächsten Arzttermin könnte er wichtig werden.

Wie ist es bei euch im Unternehmen geregelt: Arzttermine während der Arbeitszeit bezahlt oder nicht?

02/08/2026

Ist das Einwurf- Einschreiben doch nicht "tot"?
Update. ⚖️

24/07/2026

4.800 € Überstunden ausgezahlt. Wenige Zeit später fordert der Arbeitgeber das Geld zurück.

Der Vorwurf: Die Überstunden sollen gar nicht geleistet worden sein.

Doch vor Gericht gilt ein klarer Grundsatz: Wer bereits gezahltes Arbeitsentgelt zurückfordert, trägt die Beweislast.

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass kein Anspruch auf die Zahlung bestand. Bloße Vermutungen reichen nicht aus. Auch der Hinweis auf ein laufendes Ermittlungsverfahren oder der Verdacht eines Arbeitszeitbetrugs ersetzt keinen Beweis.

Das ist konsequent. Denn Arbeitnehmer müssen darauf vertrauen können, dass ordnungsgemäß ausgezahlter Lohn nicht ohne Weiteres wieder zurückverlangt werden kann.

Für Arbeitgeber bedeutet das aber auch: Arbeitszeiten sollten sauber dokumentiert, Freigaben nachvollziehbar erteilt und interne Kontrollmechanismen klar geregelt sein. Nur wer seine Prozesse im Griff hat, kann Ansprüche später auch rechtssicher durchsetzen.

Für Arbeitnehmer gilt umgekehrt: Auch wenn die Beweislast den Arbeitgeber trifft, sollten Überstunden stets sorgfältig dokumentiert werden. Im Streitfall kann eine lückenlose Dokumentation entscheidend sein.

Das Urteil zeigt einmal mehr: Im Arbeitsrecht entscheiden oft nicht Vermutungen, sondern Beweise.

Wie siehst du das?

Sollte das Risiko einer fehlerhaften Lohnzahlung grundsätzlich beim Arbeitgeber liegen - oder müsste der Arbeitnehmer bereits erhaltenes Geld leichter zurückzahlen müssen?

Schreibe deine Meinung in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch.

(Arbeitsgericht Nordhausen, Urteil vom 23.04.2026)

21/07/2026

Homeoffice ist kein Gewohnheitsrecht. Aber Arbeitgeber dürfen es auch nicht einfach streichen.

Viele glauben: „Ich arbeite seit Jahren im Homeoffice. Also darf mein Arbeitgeber mich nicht mehr zurück ins Büro holen.“

Genau das hat das Arbeitsgericht Düsseldorf jetzt eingeordnet.

Die Richter sagen:

Eine jahrelange Homeoffice-Praxis führt nicht automatisch zu einem dauerhaften Anspruch auf Homeoffice.

Aber:

Der Arbeitgeber kann eine bestehende Homeoffice-Regelung auch nicht willkürlich beenden. Jede Weisung muss dem sogenannten billigen Ermessen entsprechen. Das bedeutet: Es braucht nachvollziehbare betriebliche Gründe und eine sorgfältige Interessenabwägung. Einfach zu sagen: „Ab morgen wieder jeden Tag ins Büro“ reicht nicht.

Die wichtigste Botschaft lautet deshalb:

Kein automatischer Anspruch auf Homeoffice. Kein Freifahrtschein für Arbeitgeber.

Entscheidend ist immer der Arbeitsvertrag, bestehende Vereinbarungen und die Begründung der Weisung.

Wer Homeoffice streichen oder durchsetzen möchte, sollte vorher daher die rechtliche Ausgangslage prüfen. Sonst wird aus einer organisatorischen Entscheidung schnell ein arbeitsgerichtliches Verfahren.

Hattet ihr schon einmal Probleme im Homeoffice? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!

07/07/2026

Die Abmahnung ist im Arbeitsrecht weit mehr als eine bloße Rüge.

Sie erfüllt drei zentrale Funktionen: Sie beanstandet ein konkretes Fehlverhalten, fordert zu künftig vertragsgerechtem Verhalten auf und macht deutlich, dass im Wiederholungsfall arbeitsrechtliche Konsequenzen – bis hin zur Kündigung – drohen können.

Eine wirksame Abmahnung setzt daher voraus, dass das beanstandete Verhalten hinreichend konkret beschrieben wird. Pauschale Vorwürfe genügen regelmäßig nicht. Gleichzeitig gilt: Nicht jede Pflichtverletzung rechtfertigt automatisch eine Abmahnung, und nicht jede ausgesprochene Abmahnung ist rechtlich wirksam.

Für Arbeitnehmer gilt: Eine Abmahnung sollte ernst genommen, aber nicht vorschnell als rechtmäßig akzeptiert werden.

Ob sie berechtigt ist, hängt stets von den Umständen des Einzelfalls ab.

Juristisch betrachtet ist die Abmahnung kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, das dem Arbeitnehmer die Möglichkeit geben soll, sein Verhalten zu korrigieren, bevor weitergehende arbeitsrechtliche Maßnahmen ergriffen werden.

Nicht jede Abmahnung ist berechtigt!

Bei unberechtigter Abmahnung kann eine Gegendarstellung zur Personalakte genommen werden. Ihr habt auch die Möglichkeit, gerichtlich dagegen vorzugehen und mit einer Klage beim Arbeitsgericht die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte zu verlangen.

30/06/2026

Das Landesarbeitsgericht Bremen hat entschieden. Eine fristlose Kündigung wegen des Satzes "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" war in diesem Fall unwirksam - unter anderem wegen fehlender Abmahnung.

Nach Ansicht des Gerichts war die Pflichtverletzung zwar gegeben, rechtfertige aber ohne vorherige Abmahnung keine fristlose Kündigung.

(LAG Bremen v. 9.12.2025 - AZ: 1 SLA 7/25)

Was sagt ihr dazu?

25/06/2026

Viele Arbeitnehmer machen jetzt einen folgenschweren Fehler, der sie am Ende Geld kosten kann.

Die Wahrheit: Auch nach einer Kündigung gelten wichtige Rechte und Pflichten. Wer denkt, dass eine Krankmeldung automatisch alle Probleme löst, kann eine böse Überraschung erleben.

Im Reel erfährst du mehr.

💬 Wurdest du schon einmal gekündigt und warst anschließend krank?

Schreib „KRANK“ in die Kommentare.

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