Kanzlei Ehmer

Kanzlei Ehmer MUC & bundesweit
🖋️Arbeitsrecht, Erb- & Familienrecht, Unternehmensrecht
⚖️Anwältin & Ex-Justiziarin
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08/05/2026

Wer eine Erbschaft oder Schenkung nicht beim Finanzamt meldet, riskiert teure Folgen!

Erbschaften und Schenkungen sind nicht nur zivilrechtlich relevant, sondern lösen regelmäßig auch steuerliche Mitteilungspflichten aus, die in der Praxis häufig übersehen werden.

Nach § 30 ErbStG besteht nämlich eine gesetzliche Anzeigepflicht gegenüber dem Finanzamt, wenn Vermögen durch Erbschaft oder Schenkung erworben wird.

Wer die Anzeige unterlässt, riskiert, dass dies als steuerlich pflichtwidriges Verhalten gewertet wird. Je nach Einzelfall können daraus rechtliche und finanzielle Konsequenzen entstehen.

Das bedeutet konkret:

Der Erwerb muss innerhalb von 3 Monaten beim zuständigen Finanzamt angezeigt werden, nachdem man vom Erwerb und seiner rechtlichen Stellung Kenntnis erlangt hat.

âť— Was viele nicht wissen:
Die Pflicht zur Anzeige besteht nicht nur bei großen Vermögen, sondern grundsätzlich bei jedem Erwerb von Todes wegen oder durch Schenkung. Dazu gehören insbesondere:

• Geldbeträge und Bankguthaben
• Immobilien und Grundstücke
• Wertgegenstände (z. B. Schmuck, Kunst)
• Schenkungen zu Lebzeiten – auch innerhalb der Familie

Wichtige Punkte in der Praxis:

• Die Anzeigepflicht besteht unabhängig davon, ob tatsächlich Erbschaftsteuer anfällt
• Auch wenn Freibeträge greifen, muss der Erwerb grundsätzlich angezeigt werden
• Notare, Gerichte oder Banken melden bestimmte Vorgänge zwar ebenfalls – das ersetzt aber nicht automatisch die eigene Anzeigepflicht
• Maßgeblich ist immer der Zeitpunkt, zu dem du vom Erwerb Kenntnis erlangst

đź’¬ Fazit:
Erben oder beschenkt werden bedeutet nicht nur Vermögen zu erhalten, sondern auch steuerliche Pflichten zu beachten. Gerade weil viele diese Pflicht nicht kennen, ist eine frühzeitige Klärung besonders wichtig.

07/05/2026

Viele glauben: Wer im Testament nicht bedacht wird, geht komplett leer aus. Das stimmt so nicht. Nahe Angehörige haben auch im Fall einer Enterbung einen gesetzlichen Mindestanspruch – den sogenannten Pflichtteil (§ 2303 BGB).

Wer ist pflichtteilsberechtigt?

• Kinder (und deren Abkömmlinge)
• Ehegatten
• unter bestimmten Voraussetzungen auch die Eltern des Verstorbenen

âť— Was bedeutet Pflichtteil konkret?

Der Pflichtteil stellt keinen Anteil am Nachlass selbst dar, sondern einen reinen Geldanspruch gegen die Erben. Er berechtigt den Pflichtteilsberechtigten somit nicht dazu, am Nachlass als Miteigentümer beteiligt zu werden oder einzelne Nachlassgegenstände zu verlangen. Die Höhe des Pflichtteils entspricht in der Regel der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

đź’ˇ Was viele nicht wissen:

• Der Pflichtteil muss aktiv geltend gemacht werden – er entsteht nicht automatisch
• Er richtet sich gegen die Erben, nicht gegen einzelne Nachlassgegenstände
• Auch Schenkungen zu Lebzeiten können den Pflichtteil beeinflussen (Stichwort: Pflichtteilsergänzung)

Wichtig:

Ein vollständiger Ausschluss vom Pflichtteil ist nur in sehr engen Ausnahmefällen möglich und rechtlich schwer durchsetzbar. Enterbung bedeutet nicht automatisch, dass du leer ausgehst - aber du musst deine Rechte kennen und rechtzeitig handeln.

06/05/2026

Mit dem Tod einer Person wird man nicht automatisch „freiwillig Erbe“, sondern rechtlich sofort Gesamtrechtsnachfolger. Nach § 1944 BGB beträgt die Frist zur Ausschlagung eines Erbes grundsätzlich 6 Wochen ab dem Zeitpunkt, an dem du vom Erbfall und deiner Erbenstellung Kenntnis erlangst.

Das ist besonders wichtig:

• Die Frist läuft auch während der Trauerzeit – sie wird nicht verlängert
• Bei Auslandsbezug des Erblassers beträgt die Frist grds. sogar 6 Monate
• Wird die Frist versäumt, gilt das Erbe automatisch als angenommen

âť—Warum das problematisch sein kann:

Viele Erbschaften wirken auf den ersten Blick positiv, können aber versteckte Risiken enthalten:

• Überschuldeter Nachlass (Schulden > Vermögen)
• Unbekannte Verbindlichkeiten
• Kostenintensive Immobilien
• Streitige Erbengemeinschaften

Wer das Erbe annimmt (oder die Frist verstreichen lässt), haftet grundsätzlich auch mit dem eigenen Vermögen für Nachlassverbindlichkeiten.

👉 Die 6-Wochen-Frist ist kurz – und rechtlich entscheidend. Eine schnelle, aber gut überlegte Prüfung des Nachlasses ist daher zwingend erforderlich. Im Zweifel sollte frühzeitig juristischer Rat eingeholt werden, bevor die Frist abläuft.

30/04/2026

Während heute viele in den Mai tanzen, erinnere ich euch als Familienrechtlerin an etwas weniger Romantisches:
Liebe ist schön - klare Vereinbarungen sind besser.

Ob Ehe, gemeinsame Wohnung oder Kinder – was heute leicht wirkt, kann morgen kompliziert werden. Nicht, weil die Gefühle falsch waren, sondern weil rechtliche Klarheit gefehlt hat.

Mein Tipp zum Feiertag:

GenieĂźt den Moment, aber denkt auch an morgen.

Denn die beste Entscheidung ist die, die euch im Zweifel schĂĽtzt - nicht nur im Rausch der GefĂĽhle.

29/04/2026

Schulden in der Ehe – wer haftet nach der Trennung?

Die Haftung für Schulden innerhalb einer Ehe ist rechtlich klar geregelt, wird in der Praxis jedoch häufig falsch eingeschätzt.

⚖️Grundsätzlich gilt: Jeder haftet zunächst nur für die Verbindlichkeiten, die er selbst eingegangen ist. Entscheidend ist also in der Regel, wer den jeweiligen Vertrag unterschrieben hat und wem die Schulden rechtlich zuzuordnen sind.

Eine gemeinsame Haftung entsteht vor allem dann, wenn beide Ehegatten einen Vertrag gemeinsam abgeschlossen haben, etwa bei einem Kredit oder einer Finanzierung. Auch besondere Vereinbarungen oder Konstellationen können im Einzelfall eine Rolle spielen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass Schulden durch eine Trennung nicht „aufgeteilt“ werden. Bestehende Verbindlichkeiten bleiben grundsätzlich bestehen und müssen weiterhin von den jeweiligen Schuldnern erfüllt werden.

Gerade hier kommt es in der Praxis häufig zu Missverständnissen, die später zu erheblichen finanziellen Problemen führen können.

📌 Folge mir für mehr verständliche Einblicke ins Familienrecht.

28/04/2026
28/04/2026

Viele gehen zunächst davon aus, dass bei einer Scheidung einfach „alles halbiert“ wird. Das ist jedoch rechtlich so nicht korrekt.

👉In der Regel gilt der sogenannte Zugewinnausgleich. Dabei wird nicht das gesamte Vermögen geteilt, sondern nur der Vermögenszuwachs, den jeder Ehegatte während der Ehe erzielt hat.

Dafür wird zunächst das Vermögen bei Eheschließung betrachtet und mit dem Vermögen zum Zeitpunkt der Trennung oder Scheidung verglichen. Die Differenz daraus ist der sogenannte Zugewinn. Dieser wird anschließend zwischen den Ehegatten ausgeglichen.

Das bedeutet: Es kommt nicht darauf an, wer subjektiv „mehr geleistet“ oder mehr zum gemeinsamen Leben beigetragen hat, sondern allein auf die wirtschaftliche Entwicklung während der Ehe.

In der Praxis führt das häufig zu Diskussionen, weil der Eindruck entsteht, ein Ehepartner habe mehr gearbeitet oder mehr Vermögen aufgebaut und müsse dennoch ausgleichen. Hintergrund ist jedoch die gesetzliche Vorstellung, dass die Ehe als wirtschaftliche Gemeinschaft verstanden wird, in der beide grundsätzlich am während der Ehe entstandenen Vermögenszuwachs beteiligt werden sollen.

💬 Was hältst du davon – eher fair oder eher ungerecht? Schreib deine Meinung in die Kommentare.

27/04/2026

Eine Scheidung ist nicht nur emotional belastend – sie hat auch erhebliche finanzielle Konsequenzen. Viele machen dabei vermeidbare Fehler:

- Vorschnelle Vereinbarungen treffen:
Viele Paare treffen bereits früh eine Einigung, ohne die rechtlichen Konsequenzen vollständig zu kennen. Dabei besteht die Gefahr, dass auf Ansprüche verzichtet wird, die eigentlich bestehen und wirtschaftlich erheblich sein können

- Vermögen nicht vollständig erfassen
Beim Zugewinnausgleich wird das während der Ehe erworbene Vermögen beider Ehegatten gegenübergestellt. Wer hier unvollständige Angaben macht oder Vermögenswerte „vergisst“, riskiert finanzielle Nachteile – oder sogar rechtliche Konsequenzen.

- Unterhalt falsch einschätzen
Ob und in welcher Höhe Trennungs- oder nachehelicher Unterhalt geschuldet ist, hängt vom Einzelfall ab (Einkommen, Erwerbsobliegenheit, Kinderbetreuung etc.). Pauschale Annahmen führen hier oft zu erheblichen Fehlentscheidungen.

👉 Eine fundierte rechtliche Prüfung vor und während der Scheidung ist entscheidend, um finanzielle Risiken zu vermeiden.

đź’¬ Hast du Fragen zum Thema Scheidung? Schreib sie in die Kommentare.

Ich erlebe in der Praxis häufig, dass nach der Trennung oft der wahre Konflikt beginnt und sich Expartner schaden: Konte...
28/01/2026

Ich erlebe in der Praxis häufig, dass nach der Trennung oft der wahre Konflikt beginnt und sich Expartner schaden:

Konten werden leergeräumt
Kinder instrumentalisiert
Unterhalt blockiert
Vermögen verschoben

Wenn du dich nach einer Trennung unter Druck gesetzt, manipuliert oder unfair behandelt fĂĽhlst: Hol dir frĂĽhzeitig Klarheit. Schweigen kostet oft mehr als Handeln.

26/01/2026

Ein guter Arbeitsvertrag schafft Sicherheit auf beiden Seiten. Mein Team & ich begleiten euch bei der Erstellung, Prüfung und Verhandlung von Arbeitsverträgen.

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